Die meisten Tagespflegepersonen, die zu uns kommen und einen Businessplan schreiben müssen, sind verzweifelt. Sie sind verzweifelt, weil sie nicht wissen, wie sie anfangen sollen, was sie schreiben sollen und wie lang der Businessplan werden soll.

Manchmal liegt schon ein Businessplankonzept vor und das kann dann überarbeitet werden. Dabei sind uns 5 Fehler aufgefallen, die in den meisten Fällen zu einem unprofessionellen Businessplan führen.

Vermeide von Anfang an diese Fehler und schreibe erfolgreich Deinen Businessplan

1. Falsche Denkweise – der Plan ist nur für die Qualifizierung

Richtig ist: Den Businessplan schreibst Du für Dich selbst. Denn während der Arbeit an Deinem Businessplan verfeinerst Du Dein Geschäftskonzept, analysierst den Markt und den Wettbewerb und bereitest so eine erfolgreiche Gründung vor. Außerdem gibt es ggf. neben der Fachberatung noch weitere Adressaten wie z.B. die Agentur für Arbeit oder die Bank. Was solltest Du also machen? Den Businessplan ernst nehmen!

Du willst einen Gründungszuschuss beantragen? Dann sollte der Businessplan noch mehr Informationen zum Konzept der Kindertagespflege haben. Außerhalb unserer Kindertagespflegeblase ist diese Betreuungsform leider immer noch nicht umfänglich bekannt.

Bei einem Businessplan für die Bank geht es stark um die Zahlen (siehe auch 5 Punkt dieser Auflistung). Dafür solltest Du auf jeden Fall mit einem Gründungsberater zusammenarbeiten, da Banken einfach anders ticken.

2. Kein Austauschpartner

Wer eine Selbständigkeit startet, braucht ein Gegenüber, mit dem der Businessplan kritisch diskutiert werden kann. Dafür eigenen sich Lerngruppen innerhalb Deiner Ausbildungsgruppe oder eine Mastermind-Gruppe, die mit Deinem Unternehmen gar nichts zu tun hat. Auch Existenzgründungsberater:innen sind für Dich wertvolle Ansprechpartner. Ohne einen Sparringspartner oder einer Sparringspartnerin fehlt die wichtige Horizonterweiterung, die für eine erfolgreiche Kindertagespflege notwendig ist. Perspektivwechsel sind einfacher mit einer Gruppe und eine Entscheidung zwischen zwei Alternativen zu treffen geht im Team häufig besser.

3. Die Risiken werden unterschätzt

Das Umfeld Deiner Kindertagespflege ist stetem Wandel unterworfen. Schau einfach mal auf die letzten zwei Jahre der Pandemie, da änderten sich das Umfeld manchmal im Wochentakt. Neben den Chancen, die sich daraus ergeben haben (Online-Fortbildungen, neuer Umgang mit Kindern, die Krankheitssymptome haben usw.) ergeben sich auch Risiken. Auch Gesetze, die das Geschäftskonzept Kindertagespflege betreffen, können sich ändern. Daher ist es wichtig, mögliche Risiken im Rahmen einer Stärken/Schwächen- und Chancen/Risiko Analyse zu bewerten.

Welche Auswirkungen haben politische Entscheidungen auf Deine Kindertagespflege, wie kannst Du diesen Folgen entgegentreten. Auch persönliche Risiken sollten ausführlich betrachtet werden und ja, das macht nicht immer Spaß. Was passiert, wenn Du krank wirst, also richtig krank, richtig lange krank? Was wirst Du machen, wenn Du z.B. schwanger wirst? Auch das kann ein Risiko für Deine Kindertagespflege bedeuten.

4. Akquisekonzept für den Start fehlt

Viele Tagespflegepersonen verlassen sich darauf, dass durch Weiterempfehlungen und Vermittlungen durch das Jugendamt/den Tageselternverein die Betreuungsplätze gefüllt werden. Und sind dann erstaunt, wenn das – vor allem am Anfang – nicht so funktioniert, wie gedacht. Neue Kunden – also neue Eltern, die ihre Kinder zu Dir in die Betreuung geben möchten – sind das Wichtigste für eine neue Kindertagespflege am Markt. Aktive Elternansprache ist daher gefragt. In vielen Businessplänen fehlt ein konkretes Akquisekonzept und ein Fahrplan für die zielgerichtete Kundenansprache. Und dabei geht es nicht nur um abgebende Eltern, sondern durchaus auch um Unternehmen, Pflegeeinrichtungen oder Krankenhäuser, die für die Mitarbeiterkinder zuverlässige Betreuungsangebote suchen. Überlege Dir daher in schlüssiges Konzept:

  • Welche möglichen Kunden gibt es in meinem Umfeld?
  • Wie möchte ich diese Kunden konkret ansprechen?
  • In welchem Zeitraum will ich welche Kunden ansprechen?

5. Finanzzahlen nicht ernst nehmen

Wer die Finanzzahlen nicht ernst nimmt, wird eine dürftige und fehlerhafte Finanzplanung abliefern. Zwar lassen sich Umsatzzahlen in der Regel nur schwer vorhersagen, aber Zahlungen zu erforderlichen Investitionen oder Kosten lassen sich in der Regel genau beziffern. Dort, wo eine Investition nicht klar ist, solltest Du mit Schätzungen zuzüglich eines Risikopuffers arbeiten. Auch hier hilft der oben schon genannten Sparringspartner sehr gut.

Klar, es gibt noch wesentlich mehr Fehler, die Du machen kannst, aber mit jedem Fehler lernst Du mehr dazu. Nimm die Planung und den Businessplan ernst, nutze die Chance, Dich und Dein Unternehmen weiterzuentwickeln. Schreibe den Plan nicht für die Qualifizierung oder die Schublade, sondern als wertvolles Planungsinstrument für Deine Selbständigkeit und Deine Persönlichkeitsentwicklung.

Eine Gründungsberaterin als Sparringspartnerin im Boot zu haben ist auf jeden Fall sinnvoll. Mit unserem Onlinekurs “Sorgenfrei zum Businessplan” hast Du einen virtuellen Sparringspartner in der Seite.

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